Bonner General Anzeiger vom 15. Februar 2017

 

BAD HONNEF. Seit fünf Jahren gibt es die Honnefer Gruppe „Zwischen Arbeit und Ruhestand“ - für "Ü 55er", die ohne Vereinszwang, konfessionsübergreifend und überparteilich ihre Freizeit gestalten.

 

 

Von Gabriela Quarg, 15.02.2017

 

Die Kinder sind aus dem Haus, man steht vor den letzten Jahren der Berufstätigkeit und die Rente ist quasi greifbar. Dann haben viele Menschen „zwischen Arbeit und Ruhestand“ Zeit, die sie sinnvoll ausfüllen möchten. Wer kein Einzelkämpfer ist, sich aber auch keinem Verein anschließen möchte, findet bei der Bad Honnefer ZWAR-Gruppe Austausch und geselliges Miteinander – und das bereits seit fünf Jahren.

 

Die Initiative „Zwar – Zwischen Arbeit und Ruhestand“ geht auf ein Projekt der Dortmunder Universität zurück. Die Bad Honnefer Gruppe wurde am 18. Januar 2012 aus der Taufe gehoben. 180 Interessenten waren zur Gründungsversammlung erschienen, heute nehmen rund 60 Männer und Frauen „Ü 55“ an den regelmäßigen Treffen und Angeboten teil.

 

Einer von ihnen ist Helmut Muhle aus Bad Honnef, der von Anfang an dabei ist: „Wir sind damals neu nach Bad Honnef gezogen und haben durch die Zwar-Gruppe sehr guten Anschluss gefunden.“ Dass die Gruppe heute zu den größten in Nordrhein-Westfalen zählt, liegt seiner Meinung nach an den vielen guten Angeboten: „Wir sind eine unheimlich rege Gruppe, in der man sich auch umeinander kümmert.“ Boccia, Kegeln, Stammtisch, Kochen, Wandern, Spielenachmittage oder Boule – wer möchte, kann gleich bei mehreren Aktivitäten mitmachen, die teils wöchentlich, teils 14-täglich oder monatlich stattfinden.

 

Wichtigstes Credo: „Wir sind kein Verein, es gibt keine Satzungen und keinen Zwang. Es werden keine Mitgliedsbeiträge erhoben. Wir sind überparteilich, konfessionell unabhängig und neutral. Wir haben keine Ämter, die Gruppe organisiert alleine, was sie tun und machen will. Vielmehr ist es das gemeinsame Ziel, unsere freie Zeit sinnvoll mit anderen zu teilen und zu nutzen.“

 

Alle 14 Tage findet im Rhöndorfer Pfarrheim ein Basistreffen statt, das stets von einem anderen Moderator aus dem Kreis der Teilnehmer geleitet wird. Dabei geht es alles andere als förmlich, sondern vielmehr ungezwungen und fröhlich zu. „Nicht immer werden die von uns erarbeiteten Vorgaben oder Regeln eingehalten“, berichten Anne und Volker Burghoff augenzwinkernd: „Manchmal ist es wie früher in der Volksschule: kaum drehte die Lehrerin der Klasse den Rücken zu, ging das Geschnatter in den Schulbänken los.“

Unternehmungslustig ist die Gruppe auch. Wo sind die Mitglieder nicht schon überall hingereist: zum Geysir nach Andernach, zum Weihnachtsmarkt nach Münster, zum Schloss Augustusburg nach Brühl. Sogar nach Irland ging es mit dem Flugzeug. Und da man immer so alt ist, wie man sich fühlt, hatten die Bad Honnefer auch schon gemeinsam mit den Mitgliedern der Bonner Zwar-Gruppe im Phantasialand in Brühl ihren Spaß. Zuletzt stand im Dezember ein Besuch des Landtages in Düsseldorf auf der Agenda.